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Klimaschutzrecht
Definitionen und anderes 




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JI (Joint Implementation)
 
Nach dem "Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen" (kurz KRK als Abkürzung für Klimarahmenkonvention) haben die Vertragsstaaten dieses internationalen Umweltvertrags das Recht, einzelne Politiken und Maßnahmen gemeinsam durchzuführen. Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe a Satz 3 KRK: "Diese Vertragsparteien können solche Politiken und Maßnahmen gemeinsam mit anderen Vertragsparteien durchführen und können andere Vertragsparteien dabei unterstützen, zur Verwirklichung des Zieles des Übereinkommens und insbesondere dieses Buchstabens beizutragen." Mit Maßnahmen sind hier einzelne Projekte gemeint. Die Details stehen in Artikel 6 des Kyoto-Protokolls von 1997. Dabei ist zu beachten, dass die Staaten, in denen Maßnahmen anderer Staaten durchgeführt werden können, nur solche Staaten sein können, welche selbst zur Emissionsreduzierung verpflichtet sind, d.h. die sog. Annex-B-Staaten (im Ergebnis Artikel 3 Absatz 1 Kyoto-Protokoll). Zahlreiche Entwicklungsländer können also nicht den Ort der Emissionsreduzierungen stellen, wenn es um JI geht. Die Anrechnung zusätzlicher Emissionseinsparungen wird nach Artikel 3 Absatz 11 Kyoto-Protokoll vorgenommen.
Diese Vereinbarung gilt seit dem Inkrafttreten der KRK im Jahre 1994 und ist auch im Hinblick auf das "Übereinkommen von Paris" vom 12.12.2015 wirksam.
 
Das JI ist vom Bubbling abzugrenzen, welches in Bezug auf die Gesamtmenge der Emissionsreduzierung aller zusammenarbeitender Staaten abstellt. Ebenso vom CDM. Dort sind die Entwicklungsländer ohne Gutschriften zu deren Gunsten einbezogen.