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Hufbeschlaggesetz § 8
 
§ 8 HufbeschlG lautet:
(1) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die erforderlichen Vorschriften über
1. die Ausbildung, Prüfung und staatliche Anerkennung von Hufbeschlagschmieden/Hufbeschlagschmiedinnen,
2. die Fortbildung, Prüfung und staatliche Anerkennung von Hufbeschlaglehrschmieden/Hufbeschlaglehrschmiedinnen,
3. die staatliche Anerkennung von Hufbeschlagschulen und
4. das Verfahren in den Fällen der Nummern 1 bis 3
zu erlassen. In Rechtsverordnungen nach Satz 1 können Ausnahmen von Anforderungen nach diesem Gesetz zugelassen werden, soweit es zur Berücksichtigung besonderer Umstände erforderlich ist.
(2) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates außerhalb des Anwendungsbereiches dieses Gesetzes sowie im Ausland erworbene Prüfungszeugnisse den entsprechenden Zeugnissen über das Bestehen der Prüfungen nach diesem Gesetz gleichstellen, wenn die in der jeweiligen Prüfung nachgewiesenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gleichwertig sind. Die Feststellung der Gleichwertigkeit kann vom Nachweis des Abschlusses eines Anpassungslehrgangs oder einer Eignungsprüfung abhängig gemacht werden.
(3) Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Durchführung von Anpassungslehrgängen und Eignungsprüfungen im Sinne des Absatzes 2 zu regeln.
(4) Die Landesregierungen werden ferner ermächtigt, durch Rechtsverordnung die zuständigen Behörden zu bestimmen; sie können diese Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf oberste Landesbehörden übertragen.
 
§ 8 Abs. 1 Hufbeschlaggesetz ermächtigt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dazu, die Ausbildung und die Ausbildungsabschlüsse durch Rechtsverordnung zu regeln. Die beiden Ministerien haben von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht durch die Hufbeschlagverordnung (HufBeschlV).
 
§ 8 Abs. 2 Hufbeschlaggesetz ermächtigt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dazu, die staatliche Anerkennung der Ausbildungsabschlüsse, welche im Ausland erlangt wurden, durch Rechtsverordnung zu regeln. Die beiden Ministerien haben von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht durch die „Verordnung über die Gleichstellung von außerhalb des Anwendungsbereichs des Hufbeschlaggesetzes oder im Ausland erworbenen Prüfungszeugnissen mit den Prüfungszeugnissen nach der Hufbeschlagverordnung und deren Berücksichtigung bei der staatlichen Anerkennung“ (HufBeschl-AnerkennV).
  
Die HufBeschl-AnerkennV regelt die Gleichstellung von außerhalb des Anwendungsbereichs des Hufbeschlaggesetzes oder im Ausland erworbenen Prüfungszeugnissen im Bereich des Huf- und Klauenbeschlags mit den entsprechenden Zeugnissen über das Bestehen der Prüfungen nach den Abschnitten 2 und 3 der Hufbeschlagverordnung; § 1 HufBeschl-AnerkennV. In den Anlagen 1 und 2 der HufBeschl-AnerkennV sind einige Staaten Europas und die dort zu erlangenden Prüfungsabschlüsse aufgelistet. Also kraft Gesetzes. Die Liste ist, was die Realität/Praxis anbelangt, unvollständig, d.h. nicht abschließend. Auch andere ausländische Abschlüsse können anerkannt werden. Die Antragsteller müssen dann eben alle nötigen Unterlagen selbst zusammentragen. Die gesetzliche Auflistung in den Anlagen 1 und 2 dient der Erleichterung der Prozedur/Bürokratie.
  
§ 2 Absatz 2 HufBeschl-AnerkennV bestimmt: „Die in Anlage 1 aufgeführten Prüfungszeugnisse sind als gleichwertig mit Zeugnissen über die Prüfung zum Hufbeschlagschmied/zur Hufbeschlagschmiedin nach der Hufbeschlagverordnung anzuerkennen, wenn die Antrag stellende Person neben dem entsprechenden Prüfungszeugnis den Besuch einer mindestens zweijährigen, geregelten und einschlägigen Ausbildungsmaßnahme nachweist. Zeiten hauptberuflicher Beschäftigung im Hufbeschlag sind hierbei vollständig als Ausbildungsmaßnahme anzurechnen. Mit der Anerkennung sind die in Anlage 1 aufgeführten Prüfungszeugnisse den Zeugnissen über die Prüfung zum Hufbeschlagschmied/zur Hufbeschlagschmiedin nach der Hufbeschlagverordnung gleichgestellt.“ Die Abschlussbezeichnungen müssen nicht zwingend in der Titelüberschrift des Zeugnisses stehen. Andernfalls müssten ausländische Ausbildungsstätten die deutschen Vorlieben betreffend die Behördensprache verinnerlichen.
  
  
  
 
22.09.2020